UUF - Upcycling Urban Furniture

Markus Ambach

29 September – 01 October 2017

Ein Konzept für die Bremerstraße in Moabit

Städtisches Mobiliar und seine Räume geraten dann und wann unter Druck. Ob durch falsche Nutzung oder Vandalismus, den Zuzug ungewünschter Klientel, unsachgemäßer Nutzung oder schlichtweg Desinteresse gerät eine gute Idee oft in Mißkredit.

Der kleine Park an der Bremerstraße in Berlin- Moabit zeigt diverse Reste einer einst florierenden städtischen Erholungszelle: diverse Bänke, die einst zum allgemeinen Aufenthalt, Treffen und Gespräch dienten, sind bis auf die Fundamente zurückgebaut. Die Pergolen, die die gesamte Fläche fassen, sind nur zum Teil vom Grün erobert worden und die als prosperierende Flächen einst angelegten Beete und Rabatte scheinen verwaist.

Das Projekt UUF wagt den Versuch, städtisches Mobiliar neu zu denken, umzunutzen, zu recyceln und als gemeinsames Gut neu zu denken, um dem eigentlich vielversprechenden Ort eine neue Aufgabe, Widmung und Richtung zu geben. Gemeinsam mit den Anliegern, Künstlern, der Stadt und anderen Interessenten soll in einem großen Workshop darüber nachgedacht werden, welche Möglichkeiten der Ort als klassische städtische Erholungs- und Nachbarschaftsfläche heute bietet, welche neuen Nutzungen hier gebraucht werden, welche progressiven und utopischen Vorstellungen von städtischen Mobiliar hier modellhaft erprobt werden können.

Dabei geht es nicht um das Möbel allein, das hier durchaus gebaut werden soll. Vielmehr geht es im Weiteren um Methoden der Teilhabe der Anwohner an ihrem städtischen Raum, an der Übernahme von Eigenverantwortung und ihren Bedingungen. Was erwarten wir selbst von unserem städtischen Umfeld und welche Verantwortungen sind wir bereit im Sinne eines gemeinsam gedachten und erarbeiteten Stadtraumes zu übernehmen? Wie kann eine gemeinsame Arbeit von Bürgern und Verwaltung aussehen, aus der ein gemeinsam gedachter, zukünftig tragfähiger Raum entsteht?

Das Projekt gliedert sich in 2 Workshops, in denen die ersten Themen für diesen Raum entwickelt werden und faktische Ideen für neue Nutzungen und Formate entstehen. Die Ergebnisse werden daraufhin umgesetzt, um in einem einwöchigen Ereignis gleich einem Markt, einer Kirmes oder einem Festplatz zu zeigen, wie der Platz in Zukunft aussehen und genutzt werden könnte. Im Anschluss werden mit der Stadt Wege debattiert, die ggf. zu einer dauerhaften neuen Nutzung des Platzes führen können.